Berberian Sound Studio

Der erste Film den wir hier besprechen wollen, ist „Berberian Sound Studio“ von Peter Strickland. Ich hatte fest mit „The Place beyond the Pines “ gerechnet, obwohl ich sonst selten versuche den Sneak-Film vorher heraus zu bekommen, doch es gab etwas komplett anderes. Keine großen Hollywoodstars statt dessen Toby Jones in der Hauptrolle, den die meisten wohl aus Nebenrollen in Harry Potter aber auch „Dame, König, As, Spion“ oder „Wenn Träume fliegen lernen“ kennen. Berberian Sound Studio ist gleich ein Film den ich als idealen Sneak Film bezeichnen würde, nicht wegen der Qualität des Films sondern der Art des Films. Ein idealer Sneak Film ist für mich ein Film den die meisten im Publikum sonst nie gesehen hätten und dass aus gleich zwei Gründen. Einerseits eine zu kleine Produktion, Berberian Sound Studio lief schon im Rahmen des Phantastival im City 46, weitere Aufführungen in Bremen sind eher unwahrscheinlich. Andererseits hätten viele diesen Film nicht gesehen da er anders ist und mehr durch Festivalerfolge und Filmpreise als durch Inhaltsangabe in Kombination mit Genreangaben ins Kino lockt. Wohl die wenigsten Horrorfilm-Fans wurden nach einer Inhaltsbeschreibung in diesen Film gehen, dafür können 4 British Independent Film Awards unter anderem für beste Regie und für den besten Hauptdarsteller präsentiert werden. Was Berberian Sound Studio noch zu einem Idealen Sneak Film macht, ist die Tatsache das man darüber sprechen muss. Wenn der Abspann beginnt und es sofort laut wird, weil viele es nicht mehr aushalten und direkt über das gesehene sprechen müssen. Andere sitzen im Kinosessel und müssen erst ein mal verdauen was sie gerade gesehen haben. Nach dem Film wird vor dem Kino der Film diskutiert ohne das es schon gefestigte Meinungen zum Film gibt. Was für die jenigen die den Film schlecht fanden zwar ärgerlich, für die Diskussionen danach umso besser, ist es wenn ein Film das Publikum spaltet. So gingen heute schon viele während des Films und als nach dem Film der Titel eingeblendet wurde, war ein lautes „Endlich“ aus dem Publikum zu hören, alles danach verschwand in lauten Diskussionen. Zwar wurde heute vor dem Kino nicht mehr viel diskutiert, ich zumindest hätte noch Diskusionsbedarf gehabt. So genug ums drum herum zum Film:

Berberian Sound Studio

Der aus England stammende Sounddesigner Gilderoy hat einen Job in einem Italienschen Studio angenommen um an dem neuen Film von Giancarlo Santini mit zu wirken. Santini’s Film ist sehr brutal und unterscheidet sich anscheinend stark von den vorherigen Aufgaben von Gilderoy. Er arbeitet trotz Sprachbarrieren und ungewohntem Filmmaterial mit der Arbeit, doch die Arbeit und die unterschiedliche Kultur machen Gilderoy zu schaffen. Viel mehr brauch zur Story nicht gesagt werden und viel mehr Story ist auch nicht vorhanden. Zu Beginn noch etwas langsam, wird unteranderem durch den Horror des zu vertonen Films eine Spannung erzeugt die mit klassischen  Methoden künstlicher Spannung spielt. Da Gilderoy als Sounddesigner bei der Arbeit sehen spielt der Sound eine entscheidene Rolle, dabei sieht man viel Synchro und Sound editing. Der Film legt sehr viel Wert auf Farbgebung und Ton und sich daran auch viel aufhält, bietet jedoch genug Witz, Spannung und reichlich Verwirrung. Insgesamt ein toller Film, die stereotype-flachen Charaktere stehen im krassen Gegensatz zur interessanten Hauptfigur bei der es Spaß macht, der Entwicklung zu verfolgen.

Auf dem Sneakbogen: 2

Bei IMDB: 8

Kino vs. DVD: Kino schon allein wegen des Sounds

Filmende: verwirrend gut

Bechteltest: Nicht bestanden !

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